Im November ging es für degi und mich erneut ins südliche Afrika. Nachdem wir bereits letztes Jahr in Südafrika waren, sollte diesmal Namibia auf dem Plan stehen.
Gebucht haben wir Swiss ab STR via Johannesburg. Zwar gibt es von Frankfurt aus Direktflüge mit Air Namibia, doch wir haben uns aus gutem Grund gegen diese Flüge entschieden, da es hier häufiger zu Problemen kommt sobald eine Maschine in die Wartung muss oder kurzfristig ausfällt, da Air Namibia nur über zwei A340-300 verfügt.
Am 16.11.2012 ging es dann um 18.40h ab STR mit Swiss nach ZRH.

Sehr voll war die Maschine um 18.40h ab STR nicht, wir hätten noch den späteren Flug nehmen können, jedoch waren wir uns nicht sicher, ob die Umsteigezeit für uns, bzw. unser Gepäck ausreicht. Da wir bereits am nächsten Morgen weiter nach Windhoek fliegen sollten, haben wir hier die sicherere Variante gewählt.

Positiv zu erwähnen ist die Bordverpflegung auf dem kurzen Hüpfer nach ZRH:

Nicht viel los am frühen Abend im Terminal in ZRH:

Gegen später gehen dann doch noch einige Heavies raus:

Boarding:

Pünktlicher Start für den 10,5 Stunden Flug nach JNB:

Kurz nach dem Start wurde dann auch schon das Essen serviert, was allerdings nicht so besonders war.

Anschließend hieß es dann schlafen, bis man ca. 2 Stunden vor der Landung wieder geweckt wurde.
Unsere Route:



„Reichhaltiges“ Frühstück…

Landung in Johannesburg:


Bevor es am nächsten Tag nach Windhoek weiter gehen sollte, wollten wir den restlichen Tag noch mit Spotten am Flughafen O.R. Tambo verbringen. Also sind wir zuerst in unser Hotel gefahren, das Protea O.R. Tambo, welches eine tolle Aussicht auf den Flughafen bietet.

Wir hatten Glück und haben das Zimmer 547, welches auf http://www.plane-spotting-hotels.com empfohlen wird, bekommen.
Ein paar Bilder aus dem Hotelzimmer:




Auf dem Zimmer angekommen, wollten wir gleich für unseren Air Namibia Flug online einchecken. Wir hatten uns für den ersten Flug am nächsten Morgen entschieden und daher fiel die Wahl auf Air Namibia, das sollte sich später doch noch als Fehler erweisen…
Wir waren etwas überrascht, als wir sahen, dass die Abflugzeit von 6.40h auf 8.40h verschoben wurde. Am Air Namibia Schalter erfuhren wir dann auch den Grund dafür - die Piloten von Air Namibia streiken seit 2 Tagen, weshalb einige Flüge gestrichen wurden, bzw. verschoben wurden, aber unser Flug wird durchgeführt. Wir waren eigentlich froh, dass wir am nächsten Tag nicht ganz so früh los mussten und etwas länger schlafen konnten. Zudem werden diese 2 Stunden unsere geplante Route nicht beeinträchtigen. Zwar hatten wir an dem Tag noch eine Fahrt von 450 km vor uns bis zu unserer Lodge im Sossusvlei, was aber trotz dieser Verschiebung locker zu schaffen ist – also alles kein Problem. Dachten wir.
Wir waren dann früh am Flughafen und hatten so noch etwas Zeit, aus dem Terminal zu spotten.

Interair 737-200:


Arik Air aus Nigeria:



Interessanter Traffic und exotische Ziele:

Viele innerafrikanischen Flügen werden in diesem Terminal abgefertigt – entspricht ungefähr unserem T4 in STR


Boarding begann dann auch pünktlich, was uns weiter zuversichtlich stimmte, dass alles wie geplant klappen wird.



Die Maschine war V5-TNP, eine 21 Jahre alte 737-500. Das interieur zeigt deutlich, wer der Vorbesitzer war – Air France.


Boarding war dann auch schnell completed, los ging es aber dennoch nicht. Bald meldete sich das Cockpit mit dem Grund einer weiteren Verspätung – das Frühstück fehlt noch. Es wird noch ca. 30 Minuten dauern, dann können wir starten.
In der Zwischenzeit wurde die LAM 737-200 gepushed, welche neben uns geparkt hat:

Irgendwann kam das Frühstück endlich… in Plastikkörben

Kurz darauf konnte es dann auch schon los gehen – Türen zu, Triebwerke an und eine Ansage aus dem Cockpit, dass wir herzlich gegrüßt sein sollen auf unserem Flug nach Windoek via Gaborone. Gaborone??? – das ist doch die Hauptstadt von Botswana? Ein Blick in das Bordmagazin von Air Namibia zeigt die geographische Lage von Gaborone.

Grund für diesen Zwischenstopp war, dass durch den Pilotenstreik bei Air Namibia seit Freitag Passagiere gestrandet seien, welche wir nun abholen müssten. Aber es handelt sich dabei nur um einen 30 Minuten Stopp ohne Tankvorgang, insofern würde sich die Verspätung in Grenzen halten. Also gut, fliegen wir halt nach Botswana…



Wir fingen aber so langsam an, unsere Planungen für den Tag etwas zu überdenken… ein Besuch am Inlandsflughafen Windhoek-Eros wurde schon mal gestrichen… wichtig war, dass wir noch vor Einbruch der Dunkelheit unsere Lodge im Sossusvlei erreichen werden und diese liegt ca. 450km von Windhoek entfernt…
Landeanflug auf Gaborone:





In Gaborone angekommen, tat sich erstmal nichts – irgendwann kamen dann vereinzelte Passagiere vom Terminal Richtung Flieger gelaufen.
Wir verbrachten die Zeit solange mit Spotten – ganz so schlecht war der Traffic nicht:





Nach etwa 45 Minuten hieß es dann endlich „Boarding completed“, aber es tat sich nichts… seltsamerweise stiegen kurz darauf immer mehr Passagiere ein… Erneut wurde ein Headcount durchgeführt. Wir Passagiere wurden dann darüber informiert, dass das Check-in System im Flughafen ausgefallen sei und daher momentan keine Maschine starten darf. Wir schauten auf die Uhr und wurden leicht nervös, da wir ja noch einiges an diesem Tag vor hatten und damit gerechnet hatten, dass wir um 8.40h in Windhoek sind und mittlerweile war es bereits 11.00h und wir saßen noch immer auf dem Vorfeld in Botswana bei über 40 Grad ohne Klimaanlage. In der Zwischenzeit gingen Pilot und Co-Pilot ins Terminal, um sich über die Check-in Probleme ein Bild zu machen. Wir bekamen nun die Info, dass auf Grund irgendwelcher Richtlinien wir voraussichtlich innerhalb der nächsten 3 Stunden keine Starterlaubnis bekommen würden… die Stimmung an Bord kippte, insbesondere die Passagiere, die seit Freitag in Gaborone auf ihren Weiterflug warteten, äußerten ihre Meinung lautstark und hatten kein Verständnis mehr für dieses ganze Chaos. Einige Passagiere verlangten etwas zu Essen oder Trinken, so dass die Flugbegleiter wenigstens jedem einen Schluck Wasser austeilten. Zu Essen gab es nichts – die Begründung hierfür war, dass es nicht erlaubt sei, am Boden das Essen zu servieren (wie schnell sich über diese Vorschrift hinweg gesetzt werden kann, sollten wir ca. 45 Minuten später erfahren). Mittlerweile kamen Pilot + Co-Pilot zurück an Bord und nun wurde ein Passagier namentlich ausgerufen, der sich bitte melden soll, wenn er sich an Bord befindet, da er momentan für Verspätung sorgen würde. Eine Reihe hinter mir sagte ein männlicher Passagier: „wie kann ich für Verspätung sorgen, ich bin seit 10.30h hier in der Maschine.“ Hoffnung kam auf, dass es jetzt doch endlich losgehen könnte? Alle Passagiere saßen wieder auf ihren Plätzen, aber nichts tat sich. Irgendwann kam die Durchsage, dass es jetzt ein neues Problem geben würde… für den Flug Gaborone-Windhoek wurde kein Flugplan aufgegeben, man sei aber zuversichtlich, dass dies bald geschehe und die nötigen Dokumente bald eintreffen… aber was heisst „bald“ in Afrika? Wenn man das Verhalten der Cabincrew als Beurteilungskriterium heranzieht, auf jeden Fall nicht innerhalb der nächsten Minuten, denn nun wurde das Frühstück ausgeteilt!
Im Gegensatz zu Swiss konnte sich dieses Frühstück wirklich sehen lassen, ein warmes Frühstück auf einem 2 Stunden Flug bzw. am Boden in Gaborone hätte ich nicht erwartet.

Zwar war uns in dieser Situation nicht zu lachen zu Mute, da wir ja noch eine große Strecke an diesem Tag zu fahren hatten, aber wir machten noch Witze darüber, dass die Dokumente jetzt dann sicher eintreffen und wir nicht starten können, weil das Frühstück augeteilt ist… und genau so sollte es kommen: Türen zu, Treppe weg, Triebwerke an und die Cabincrew musste in Rekordzeit das halb gegessene Frühstück wieder einsammeln.
Mittlerweile war es 12.05h als wir nach 2 Stunden endlich Botswana verlassen konnten.

Nach einer Flugzeit von knapp 1,5h erreichten wir endlich Windhoek.

Nichts wie raus aus dem Flieger Richtung Trminal. Aber ein paar Bilder auf dem Vorfeld vom Hosea Kutako Airport sind dann doch noch drin.




Die Einreiseprozedur und die Mietwagenübernahme nahm natürlich auch noch einiges an Zeit in Anspruch, so dass es mittlerweile bereits Nachmittag war, als wir den Flughafen verließen und unsere Rundreise durch Namibia endlich beginnen konnten.

Das war Teil 1. Weiter geht es dann demnächst mit Teil 2 und Bildern aus Namibia.
Vielen Dank für´s Lesen/Anschauen.
Grüße
Bianca




